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Euro Lambretta 2009


Eurolambretta in Lincoln 2009

Wer denkt in Hamburg gibt´s nur Shietwetter, der war noch nicht auf der Insel. Von Tischtennisball großen
Hagelkörnern, Sintflutartigen Regenergüssen und Wolken so schwarz wie der abgefahrene Humor der
eigenartigen Bewohner mal abgesehen, ein nettes Land. Rübergemacht hatten wir per Fähre über Nacht,
was nach einem netten Gelage an der Bordbar mit einer Hand voll Forumbekanntschaften eine gemütliche
Etappe war. Ausgeruht mit 3 Stunden Schlaf und gefühlten 0,9 Promille machten wir bei noch trockenem
Wetter Bekanntschaft mit dem Linksverkehr und den ersten Stinkefingern entnervter Uferschimpansen.
Diese Pisser können sich doch denken, dass man die ersten 10 Kreisel zum Üben für sich beanspruchen darf
wenn man von einer Kanalfähre runterkommt. Die restlichen 300km waren spannend, verregnet, lehrreich und
äußerst spaßig. Selten so viel gelacht bei den Stops.
Das Treffen selbst war sehr gesittet, weit weg von allem Kutten-Club Gehabe und ziemlich straff durchorganisiert.
Es gab Galadiners, von denen ich eines versäumt hatte. Ich hatte intensive Unterredungen mit unserem Kumpel
Havana Club, ein paar netten Modrapheniacs und Mitgliedern der Black Scooters auf dem Zeltplatz. Der Morgen danach
stand im Zeichen einer Stadtbesichtigung in Lincoln und einer ersten Panne (nicht meiner), weshalb wir auch fast
das zweite Galadiner verpassten. So eben noch pünktlich kamen wir als letzte in einen Saal mit 1000 !!!! Rollerfahrern.
Die einzigen noch freien Stühle fanden wir an einem Tisch mit Altskins von irgendwoher ... ich fragte nach dem 3.Mal
einfach nicht mehr nach, der Akzent war derbe. Die Typen auch. Wir aßen, tranken, tanzten und sabbelten die ganze Nacht.
Ein unvergesslicher Abend ohne jegliche Aggression und Anstand, hehe. Der morgenliche Teilemarkt, die Customshow
und der Leistungsprüfstand wurde nur im Aspirinrausch wahrgenommen. All die Lammis die ich nur aus der Scootering
kannte live, in Farbe und vor allem teilweise doppelt. Man soll eben Rotwein nicht mit Schnaps mischen. Doof aber blöd!
Die Rückreise glich einer Kanufahrt in der Elbe. Nass bis auf die Knochen, breit grinsend und pannenfrei machten wir
nochmal 300km im Linksverkehr. Bei einem Tankstop bekamen wir noch einen 30 Jahre alten Scooter-Trader eines
unglaublichen netten Autofahrers geschenkt, der diesen extra noch schnell aus dem Haus seines verstorbenen
Vaters holte. Dieser war Rollerhändler und hatte solche Blätter überall im Haus rumliegen. Der Sohn selbst fuhr damals
mit ihm durchs ganze Land und handelte mit Lambrettas. Alleine diese Begegnung war die Reise wert.

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